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  • Geldinstitute oder Behörden wie das Grundbuchamt dürfen nur für den Erben handeln, wenn dieser sich zweifelsfrei als rechtmäßiger Nachfolger eines Verstorbenen ausweisen kann. Immobilieneigentum darf auch nur bei Vorliegen einer entsprechenden Urkunde umgeschrieben werden. Das Erbrecht kann auch durch ein Testament mit dem Eröffnungsprotokoll des Nachlassgerichtes dokumentiert werden dazu benötigt man also nicht immer zwingend einen Erbschein. Wenn der Erblasser ein notarielles Testament oder einen Erbvertrag hinterlassen hat, ist das vollkommen ausreichend als Nachweis.

    Unter Umständen reicht auch ein handschriftliches Testament und man muss den Erbschein nicht unbedingt zusätzlich beantragen. Mit Hilfe einer Vorsorgevollmacht, die allerdings über das Ableben hinaus gültig sein muss, kann die Legitimation ebenfalls erfolgen.  Voraussetzung ist jedoch in allen Fällen, dass sich kein Immobilienbesitz in der Erbschaft befindet.

    Das Erstellen von notariellen Testamenten oder einem Erbvertrag ist zwar kostenpflichtig, doch der folgende Verzicht auf den Erbschein kann bei vermögenden Erblassern außerordentlich vorteilhaft sein. Wie beim Testament. Je größer im Laufe der Zeit das Vermögen anwächst desto mehr kostet dementsprechend die Gebühr bei der Erteilung des Erbscheins. Der Erbschein kostet bei einem hinterlassenen Vermögenswert von 200 000 € rund 357 € und bei höheren Werten dann eben anteilig mehr, wobei die Beträge immer stärker steigen.

    Der Erteilung des Erbscheins geht das so genannte Erbscheinsverfahren, es ist in den §§ 2353 ff. BGB geregelt, voraus. Einen Erbschein muss man beantragen, wenn kein Testament vorliegt oder dieses aus irgendeinem Grund ungültig ist, denn nun gilt die gesetzliche Erbfolge und der Erbschein ist notwendig (Nachweis der Erbenstellung mit Ehe-, Sterbe- und Geburtsurkunden, Scheidungsurteilen) und/oder Eine Immobilie im Nachlass vorhanden ist, zur Grundbucheintragung.

    Auch bei geerbtem Auslandsvermögen muss nicht in jedem Fall ein Erbschein vorgelegt werden. Fragen Sie vorher in jedem Fall einen Spezialisten für internationale Nachlassabwicklungen, das könnte Geld sparen!

    Erbschein wo beantragen?

    Wenn ein Mensch verstorben ist, haben seine Angehörigen viele Dinge zu regeln. Oft benötigen die Erben einen Erbschein, auch ein Testament kann ausreichen. Gibt es allerdings kein Testament oder reichen die Angaben im Testament nicht aus, muss ein Erbschein beantragt werden. Dieser dient dazu nachzuweisen, wer der Erbe des Verstorbenen ist. Um bestimmte Dinge zu regeln, die mit dem Erbe zusammenhängen ist ebenfalls ein Erbschein nötig. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie ein Grundstück geerbt haben und nun im Grundbuch die Eigentümeränderungen durchführen wollen. Auch bei Banken und Sparkassen werden Sie meist einen Erbschein brauchen. In einigen Fällen kann darauf verzichtet werden einen Erbschein zu beantragen. Zum Beispiel dann, wenn Sie in einem notariellen Testament als Alleinerbe benannt sind. Im Erbschein stehen aber nicht nur die Erben, sondern auch etwaige Verfügungsbeschränkungen, die der Erblasser bestimmt hat.

    Wenn ein Erbschein beantragt werden muss

    Zunächst sollten Sie feststellen, ob Sie überhaupt einen Erbschein benötigen. Ist das Testament eindeutig und haben Sie ein Protokoll des Amtsgerichtes über die Testamentseröffnung, werden Sie beispielsweise auf der Bank auch ohne Erbschein das Geld ausbezahlt bekommen. Müssen Sie einen Erbschein beantragen, erhalten Sie diesen beim Notar oder beim Amtsgericht. Damit Sie zum Termin alle Unterlagen mitbringen können, rufen Sie am besten vorher an, und fragen nach, welche Unterlagen für die Beantragung eines Erbscheines notwendig sind. Liegt kein Testament vor, brauchen Sie Dokumente, aus denen sich eindeutig ergibt, dass Sie der gesetzliche Erbe sind. Haben Sie ein Familienstammbuch nehmen Sie dies am besten zu dem Termin mit.

    Kosten eines Erbscheins

    Wenn Sie einen Erbschein brauchen, müssen Sie mit Kosten bzw. Erbschein Gebühren rechnen. Dazu müssen Sie ein Formular zum Nachlasswert ausfüllen. Nach diesem Wert werden die Kosten des Erbscheins berechnet. Je höher der Wert des Nachlasses, desto mehr kostet der Erbschein. Als Erbe müssen Sie die Kosten für den Erbschein jedoch tragen, andernfalls wird Ihnen kein Erbschein ausgestellt. Der Zugang zum Nachlass ist ohne Erbschein in den meisten Fällen auch nicht möglich. Die Kosten des Erbscheins können Sie auch vorab berechnen, da sie nach einer speziellen Kostenordnung berechnet werden. Beantragen Sie den Erbschein bei einem Notar, müssen Sie daran denken, dass zu den Kosten für den Erbschein, die durch das Nachlassgericht erhoben werden, auch noch die Kosten für den Notar dazukommen. Um seinen Erben die Kosten für den Erbschein zu ersparen, gehen manche Erblasser dazu über, eine Vollmacht für Bankkonten etc. auszustellen. Als Bevollmächtigter des Verstorbenen brauchen die Erben dann in diesem Fall keinen Erbschein mehr.

    Erbschein Muster

    Erbschein Muster: Hier können Sie kostenfrei ein Erbschein Muster herunterladen (PDF-Datei; 142 KB)